Sonderausstellung: “Li Hongzhang – Ein Bismarck des Fernen Ostens?”

Sonderausstellung: „Li Hongzhang – ein Bismarck des Fernen Ostens? Das Reich der Mitte und Deutschlands Hinwendung nach Ostasien 1860 – 1914“
Sonderausstellung des Bismarck-Museums Friedrichsruh. Quelle: www.bismarck-stiftung.de

Anlässlich des 120. Jahrestages des Besuchs von Li Hongzhang in Deutschland hat das Bismarck-Museum in Friedrichsruh bei Hamburg eine Sonderausstellung zu der Beziehung zwischen China und Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg unter dem Titel “Li Hongzhang – Ein Bismarck des Fernen Ostens? Das Reich der Mitte und Deutschlands Hinwendung nach Ostasien” organisiert (siehe Sonderausstellung). Der Schwerpunkt der Ausstellung lag dabei weniger auf dem historischen Ergeinis des Besuchs an sich, als vielmehr der Darstellung der deutschen Wahrnehmung Chinas und der deutschen Interessen in Asien, die in der Besetzung der Jiaozhou-Bucht und der Stadtgründung von Qingdao (Tsingtau) gipfelten.

Mit viel persönlichem Engagement hat sich Dr. Maik Ohnezeit in dieses Thema eingearbeitet und versucht, den Besuchern eine Einführung in ein kompliziertes Thema zu geben, das wohl den meisten deutschen Besuchern bislang fremd war. Obwohl einige der Handschriften sowie die Elfenbeinschnitzerei (ein Geschenk der Kaiserinwitwe Cixi an Bismarck) sehr sehenswert waren, liegt der besondere Verdienst der Ausstellung eher darin, dass sie den Blick auf ein in der deutschen öffentlichen Wahrnehmung vernachlässigtes Kapitel der deutschen Geschichte gelenkt hat. Eine Antwort auf die im Titel enthaltene Frage, nämlich inwiefern Li Hongzhang ein chinesischer Bismarck war und was das überhaupt bedeuten würde, blieb die Ausstellung jedoch schuldig.

Die Sonderausstellung endete (nach einer Verlängerung) im Januar 2017, doch der Katalog zur Ausstellung kann weiterhin auf folgender Seite bestellt werden: Ausstellungskatalog.

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